October 20, 2025

BYD im Wandel – Von Buffetts Exit zum kleinen Einstieg durch Wood

Der chinesische Elektroautopionier BYD steht aktuell im Brennpunkt: Nachdem Warren Buffett über Jahre im Unternehmen engagiert war und im Zuge dessen unglaubliche Wertzuwächse realisierte, hat sein Beteiligungsvehikel die Position nun vollständig verkauft. Gleichzeitig nutzte Cathie Wood mit ihrem Fonds ARK Invest die Schwächephase des Autobauers zum Einstieg – wenn auch in überschaubarem Umfang.

Buffett war 2008 bei BYD eingestiegen und profitierte über Jahre hinweg von enormen Kursgewinnen. Doch mit dem Ausstieg signalisiert er nicht zwingend Skepsis gegenüber BYD selbst, vielmehr könnte es Ausdruck der politischen bzw. regulatorischen Risikowahrnehmung gegenüber chinesischen Aktien sein. Gleichzeitig hatte BYD mit steigendem Wettbewerb, Preisdruck und Auslandsunsicherheit zu kämpfen – Faktoren, die zuletzt unter die Haut gingen.

In diesem Umfeld sticht der Einstieg von Wood hervor: Ihr ETF kaufte rund 69.000 Aktien von BYD am 20. Oktober – und obwohl der Wert in ihrem Gesamtportfolio eine kleine Position darstellt, gilt das dennoch als Vertrauenssignal. Laut Berichten hält ARK Q knapp 1,2 Mio. BYD-Aktien – was einem Anteil von etwa 1 % des Fondsvolumens entspricht. Diese Strategie zeigt: In einem schwierigen Marktumfeld sehen Growth-Investoren wieder Chancen dort, wo Value-Investoren zurückgezogen haben.

Welche Botschaft liegt darin? Erstens: BYD bleibt trotz aktueller Rückschläge nicht uninteressant. Das Unternehmen etabliert sich weiterhin als führender Hersteller von Elektrofahrzeugen und Batterietechnologie in China und international. Zweitens: Die Bewertung ist gesunken – der Kurs steckt seit Mai in einem Abwärtstrend und hat rund ein Drittel seines Werts eingebüßt. Gegenwind kommt dabei auch vom Preiskampf in China sowie der schärferen Konkurrenz- und Regulierungslandschaft. Drittens: Der Unterschied zwischen Buffett und Wood wird deutlich – während Buffett seine Beteiligung vollständig aufgibt, sieht Wood in der Abschwächung eine Einstiegs-chance.

Trotz dieser Entwicklungen ist zu bedenken: Der Einstieg von Wood ist keine kräftige Expansion der Position. In einer Zeit großer Unsicherheit bleibt die Investition vorsichtig. BYD muss zeigen, dass es seine Wachstumsdynamik außerhalb Chinas hält, exportorientiert agiert, weiterhin Batterien und E-Mobilität ins Rennen wirft und politische Risiken managen kann.

Für Anleger heißt das: BYD ist weder „wieder voll im Aufschwung“ noch „abgeschrieben“. Vielmehr gilt es abzuwägen. Wer an das langfristige Wachstum der Elektromobilität in China und global glaubt, könnte BYD als Baustein erwägen – aber nicht ohne Risiko. Die politische Dimension, das Wettbewerbsumfeld sowie die Fähigkeit, internationale Absatzmärkte zu bedienen, bleiben relevante Fragen.