Porsche bleibt deutsche DNA – trotz 25 % US-Zollhürde
1. Keine Produktionsverschiebung in Sicht
Entgegen jüngster Bloomberg-Berichte hat Porsche erneut bestätigt, keine Verlagerung von Produktionsschritten in die USA zu planen. Anders als bei Mercedes oder BMW hat man bei Porsche bewusst auf ein US-Werk verzichtet – was die amerikanischen Importzölle umso schmerzhafter macht.
2. Zoll-Schock trifft Umsatz und Marge
Mit dem seit April geltenden 25 % Zoll auf europäische Fahrzeuge wird jeder nach den USA gelieferte Porsche teurer. Abgesehen von Margenverlusten zeigen sich auch wirtschaftliche Konsequenzen: Bernstein Research meldete, Porsche habe vor der Zoll-Einführung zusätzliche Lagerbestände in die USA verschifft, um Preiserhöhungen zu vermeiden. Finanzchef Jochen Breckner bezeichnete ein lokales Montagewerk in den USA als zu kostenintensiv – angesichts der geringen Stückzahlen sei das wirtschaftlich nicht sinnvoll.
3. Finanzielle Folgen werden spürbar
Erste Hinweise auf einen Margendruck kamen durch angepasste Umsatzprognosen für 2025. Laut "Just Auto" wurde das Zielband von ursprünglich 39–40 Mrd € auf 37–38 Mrd € gesenkt; die operative Rendite soll nun bei 6,5–8,5 % liegen, statt wie zuvor bei 10–12 %. Damit zeigt sich deutlich, wie stark die Zölle ins Ergebnis drücken.
4. Strategische Konsequenzen: US-Debatte läuft
Während Porsche an deutschen Wurzeln festhält, denkt Volkswagen darüber nach, US-Standorte wie Chattanooga oder das geplante Scout-Werk in South Carolina für eine Porsche-Endfertigung zu nutzen. Ein interessantes Spannungsfeld: Markenidentität kontra ökonomische Notwendigkeit.
5. Marktstimmung und Anlegerreaktion
Porsches Kurs reagierte bereits: Seit April liegt er rund 8–10 % hinter anderen VW-Marken zurück – ein Spiegelbild der Sorgen, dass Margen langfristig beeinträchtigt werden könnten. Die Börse positioniert sich klar defensiv und erwartet entweder Zollentlastungen durch politische Verhandlungen oder eine strategische Produktionsverlagerung.
6. China & E-Mobilität – weitere Belastungen
Ein zusätzlicher Druckfaktor kommt aus China: Dort schwächelt der E-Auto-Absatz, und lokale Hersteller wie BYD gestalten den Wettbewerb zunehmend hart. Auch die Taycan- und Macan-EV-Modelle schaffen nicht die erhofften Verkaufszahlen.
Fazit
Porsche bleibt seiner „Made in Germany“-Strategie treu – doch die US-Zölle wirken wie ein Bremsklotz für Margen und Umsatz. Kurzfristig wurden Lager aufgebaut, Preiserhöhungen abgewandt – langfristig stellt sich jedoch die Frage: bleibt es bei Handelsgesprächen oder folgt ein Strategiewechsel in die USA? Für Investoren lautet das Dilemma: auf Volvo-Levels der Preisstärke vertrauen oder schon jetzt auf Lokalisierung spekulieren?