Günter Ehrhardt
February 2, 2026
Krypto

Bitcoin: Das gab es seit 2018 nicht mehr – was der längste Verlusttrend seit Jahren bedeutet

Bitcoin steht wieder im Zentrum hitziger Diskussionen, denn ein seltenes Marktereignis hat sich im Januar 2026 vollzogen: Bitcoin beendete vier Monate in Folge im Minus, etwas, das seit 2018 nicht mehr vorgekommen ist und damit sowohl bei kurz- als auch langfristigen Anlegern für Aufsehen sorgt. In den ersten Wochen dieses Jahres hat die weltweit wichtigste Kryptowährung eine bemerkenswerte Schwächephase durchlaufen, die nicht nur Kurse jenseits der 80.000 USD-Marke verloren gehen ließ, sondern auch historische Parallelen weckt.

Die aktuelle Entwicklung wirft eine entscheidende Frage auf: Ist Bitcoin in eine längerfristige Baisse eingetreten – oder erleben wir lediglich eine gesunde Konsolidierung nach einem überhitzten Markt? Dieser Artikel beleuchtet, was passiert ist, warum Marktteilnehmer das als einzigartig seit 2018 bewerten und welche wirtschaftlichen und technischen Faktoren im Spiel sind.

Vier Monate Verluste – ein seltenes Ereignis seit 2018

Im Januar 2026 wurde offiziell bestätigt, dass Bitcoin vier Monate in Folge Verluste verzeichnet hat, ein Phänomen, das laut aktuellen Krypto-Analysen zuletzt vor sieben Jahren im Jahr 2018 auftrat. Dabei fiel Bitcoin von Kursniveaus um etwa 95.000 USD auf unter 75.000 USD im Tiefpunkt, bevor sich der Kurs leicht erholte. Es ist die längste Verlustserie seit vielen Jahren und steht in starkem Kontrast zu den typischen, zyklischen Aufwärtsphasen, die Bitcoin in der Vergangenheit erlebte. 

Vereinfacht gesagt lautet die Marktlage so: Bitcoin verlor vier Monate in Folge an Wert, eine Durststrecke, die viele erfahrene Anleger bisher nur aus historischen Daten kennen – nämlich aus dem Jahr 2018. Diese Zeit war geprägt von einem massiven Crash nach einer überhitzten Rally, als Bitcoin nach dem Rekordhoch von knapp 20.000 USD Ende 2017 dramatisch einbrach und in den Folgejahren starke Verluste verzeichnete. 2018 führte dieser Abwärtstrend zu Kursrückgängen von bis zu 80 % im gesamten Kryptosektor und markierte eine der größten Korrekturen in der Geschichte dieser Technologie. 

Heute ist der Kontext ein anderer: Viele Analysten sprechen von einer Vertrauenskrise im Markt, ausgelöst durch makroökonomische Faktoren wie geopolitische Spannungen, geldpolitische Erwartungen oder Liquiditätsanforderungen seitens der US-Notenbank, aber auch durch technische Faktoren im Chart. Diese Vertrauenskrise zeigt sich konkret darin, dass Bitcoin derzeit unter wichtige Unterstützungszonen gefallen ist und wichtige Preisniveaus wie die Marke von 80.000 USD unterboten wurden, was den Abwärtstrend weiter verfestigt. 

Was bedeutet dieses seltene Ereignis für Anleger? Ein viermonatiges Minus signalisiert typischerweise nicht nur kurzfristige Schwäche, sondern kann ein Hinweis auf einen länger anhaltenden bärischen Marktzyklus sein, vor allem wenn wichtige technische und fundamentale Unterstützungen brechen.

Warum jetzt – und was unterscheidet 2026 von 2018?

Der Vergleich mit 2018 ist aus mehreren Gründen interessant: Damals fiel Bitcoin nach einer überhitzten Rally von Rekord zu Rekord, bevor der Markt zusammenbrach. Heute hingegen hat Bitcoin eine beispiellose Rally hinter sich, bei der der Kurs in den letzten Jahren mehrfach neue Allzeithochs erreichte. Doch seit Oktober 2025 erleben Anleger eine langanhaltende Schwächephase mit strukturellen Risiken.

Ein wesentlicher Faktor für den erneuten Abwärtsdruck war die Marktreaktion auf die Nominierung von Kevin Warsh als neuem Vorsitzenden der US-Federal Reserve, was bei Marktteilnehmern Befürchtungen auslöste, dass die Geldmenge restriktiver gehandhabt werden könnte. Das stärkt den US-Dollar und setzt riskante Anlagen wie Kryptowährungen unter Druck, wie zahlreiche Analysten feststellten. 

Zudem fehlen in der aktuellen Phase starke positive Impulse aus anderen Sektoren oder institutionellen Käufen, die den Abwärtstrend hätten stoppen können. Vor einigen Monaten war der Markt noch von Hoffnungen auf stärkere Nachfrage aus ETFs und institutionellem Kapital getrieben, doch diese Dynamik hat sich derzeit abgeschwächt. Einige Analysten sehen dennoch langfristige Chancen, aber die kurzfristige Marktstimmung ist momentan von Skepsis geprägt. 

Ein fundamentaler Unterschied zu 2018 besteht in der globalen Adoption und Marktreife. Während 2018 der Kryptomarkt noch deutlich kleiner und volatiler war, ist Bitcoin heute stärker in institutionelle Portfolios integriert und wird von vielen großen Finanzinstitutionen als mögliches Absicherungsinstrument diskutiert. Dennoch: Vier Monate Verlustserie sind ein starkes Zeichen, dass auch dieser „reifere“ Markt empfindlich auf negative Impulse reagiert.

Ein Blick auf die aktuelle Kursentwicklung zeigt, dass der Bitcoin-Preis bis auf einen Bereich um 75.000 USD gefallen ist, was den tiefsten Stand seit April 2025 markierte, und der Kurs im Jahresverlauf bereits über 10 % Verlust verbuchte. 

Es liegt nahe, zu fragen: Sind wir am Ende eines Zyklus angekommen oder erleben wir nur eine Zwischenkorrektur? Historisch gesehen hat Bitcoin wiederholt Bären- und Bullenphasen durchlaufen, die in unterschiedlichen Zykluslängen endeten. Die aktuelle lange Verlustphase könnte ein Hinweis auf eine größere Trendwende sein – oder auf eine klassische Konsolidierungsbewegung im Rahmen eines längeren Zyklus.

Als jemand, der sich seit Jahren mit der Entwicklung von Bitcoin und digitalen Assets beschäftigt, lässt sich sagen: Solche Verlustphasen sind unangenehm, aber nicht zwangsläufig ein endgültiges Signal für den Marktverfall. Wichtig ist, zwischen technischen Korrekturen und strukturellen Änderungen im Markt zu unterscheiden. Es gibt einige Hinweise darauf, dass trotz der aktuellen Schwäche weiterhin langfristiges Interesse von institutionellen Anlegern besteht – etwa durch akkumulierte Positionen großer Fonds oder durch anhaltende On-Chain-Aktivität. 

Anleger sollten ihre Risikotoleranz kennen und klar definieren, ob sie kurzfristig agieren oder langfristig orientiert sind. Während kurzfristige Trader von Volatilität profitieren können, ist langfristiges Halten (HODLing) historisch für viele Anleger der profitabelste Ansatz gewesen. Langfristige Investoren fokussieren sich häufig auf fundamentale Entwicklungen wie Blockchain-Adoption, regulatorische Klarheit und technologische Fortschritte – Faktoren, die in den letzten Jahren trotz Rückschlägen weiter gewachsen sind.

Bitcoin durchlebt im Jahr 2026 einen ungewöhnlich langen Verlustzeitraum – vier Monate in Folge im Minus, etwas, das seit 2018 nicht mehr vorgekommen ist. Durch geopolitische Risiken, geldpolitische Unsicherheiten und technische Brüche im Chart hat die führende Kryptowährung eine Phase der Schwäche eingeläutet, die Anleger weltweit beschäftigt. Ob dies langfristige strukturelle Veränderungen im Markt signalisiert oder lediglich eine Zwischenkorrektur ist, bleibt offen. Historische Zyklen zeigen jedoch, dass Bitcoin sowohl starke Bären- als auch Bullenphasen durchlaufen hat und oft aus Korrekturen gestärkt hervorgeht.

Als bewährter Beobachter des Marktes empfehle ich, den aktuellen Trend im Kontext historischer Kursmuster zu analysieren, aber auch die fundamentalen Entwicklungen rund um Bitcoin nicht aus den Augen zu verlieren – denn langfristig orientierte Anleger könnten genau in solchen Phasen Chancen erkennen.

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