DAX im Sinkflug: Wie der Iran‑Konflikt deutsche Aktien belastet
Am Dienstagmorgen herrschte gedrückte Stimmung auf dem Parkett. Der Broker IG taxierte den DAX zwei Stunden vor Handelsstart knapp ein Prozent tiefer auf 24.395 Punkte. Bereits am Vortag hatte der Index die 50‑Tage‑Linie unterschritten; die 100‑Tage‑Linie bei 24.400 Punkten drohte ebenfalls zu fallen. Als Gründe nennen Analysten vor allem die Furcht vor einer Energiekrise und die militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Die Sperrung der Straße von Hormus lässt Öl‑ und Gaspreise steigen, was Energieversorger, Chemieunternehmen und die Transportbranche belastet.
Die NordLB warnte in einer Analyse, dass „je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen“. Besonders anfällig sind energieintensive Branchen wie die Chemie‑ und Stahlindustrie. BASF, Covestro und ThyssenKrupp notierten am Montag jeweils rund fünf Prozent im Minus. Aber auch Airlines und Tourismusaktien wie Lufthansa und TUI litten unter steigenden Kerosinpreisen und Flugverbotszonen.
Zwischenfall oder Trendwende?
Der Blick in die Historie zeigt, dass geopolitische Schocks die Aktienmärkte meist nur vorübergehend belasten. Nach der Invasion Russlands in der Ukraine 2022 brach der DAX zunächst heftig ein, erholte sich jedoch in den folgenden zwölf Monaten. Anleger sollten daher zwischen kurzfristiger Volatilität und langfristigen Fundamentaldaten unterscheiden. Zum einen stützt die expansive Fiskalpolitik der deutschen Bundesregierung – einschließlich des 500‑Milliarden‑Euro‑Investitionspakets für Infrastruktur und Klimaschutz – die Inlandsnachfrage. Zum anderen könnten sich anziehende Energiepreise positiv auf heimische Versorger auswirken, sofern die Regierung den Strompreispfad klar kommuniziert.
Investoren sollten sich jedoch der Risiken bewusst sein: Anhaltend hohe Öl‑ und Gaspreise erhöhen die Inflationsgefahr und könnten die Europäische Zentralbank zwingen, ihre Zinssenkungspläne aufzuschieben. Dies würde die Bewertung von Wachstumsaktien belasten. Andererseits könnten defensive Sektoren wie Gesundheit und Basiskonsumgüter relative Stärke zeigen. In jedem Fall bietet der Iran‑Konflikt Gelegenheit, die Portfolioallokation zu überprüfen und langfristig solide Werte bevorzugt zu halten.
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