DAX kämpft um 22.200 Punkte: Geopolitische Krise und Energiepreise belasten den Leitindex
DAX kämpft um 22.200 Punkte: Geopolitische Krise und Energiepreise belasten den Leitindex
Der deutsche Aktienindex DAX schließt das erste Quartal 2026 mit einem deutlichen Verlust ab und kämpft um die psychologisch wichtige Marke von 22.200 Punkten. Seit dem Jahreshoch Anfang Februar bei über 23.800 Punkten hat der DAX rund sieben Prozent verloren. Die Hauptursachen sind die eskalierende Lage im Nahen Osten und der Ölpreisanstieg auf 107 Dollar pro Barrel – der höchste Stand seit vier Jahren.
Die geopolitische Dimension: Nahost-Konflikt als Belastungsfaktor
Iranische Raketenangriffe im Nahen Osten haben die geopolitische Risikoprämie an den Kapitalmärkten deutlich erhöht. Aktienstratege Thomas Bergmann von der Helaba erklärt: Wir sehen aktuell eine Risikoabneigung, wie wir sie zuletzt im Sommer 2022 erlebt haben. Institutionelle Anleger reduzieren ihre Aktienquoten. Daten der Deutschen Bundesbank zeigen, dass ausländische Investoren im Februar und März netto rund 4,8 Milliarden Euro aus deutschen Aktien abgezogen haben.
Sektoranalyse: Gewinner und Verlierer im DAX
Die Verlierer sind klar: Volkswagen (-12%), BMW (-9%) und Mercedes-Benz (-11%) leiden unter steigenden Energiekosten und schwacher Nachfrage aus China. BASF (-8%) und Covestro (-13%) stehen unter doppeltem Druck. Auf der Gewinnerseite: Allianz hält sich mit nur einem Prozent Minus bemerkenswert gut, Beiersdorf ist leicht im Plus, Rheinmetall hat über 20 Prozent zugelegt.
Charttechnik: Wichtige Niveaus
Der DAX hat seit dem 27. Februar eine klare Abwärtsstruktur ausgebildet. Die wichtigsten Unterstützungsniveaus liegen bei 22.000, 21.500 (200-Tage-Linie) und 21.000 Punkten. Die LBBW sieht den DAX in einem volatilen Seitwwärtstrend bis Mitte des Jahres, mit Potenzial für 25.000 Punkte bis Jahresende bei geopolitischer Entspannung.
Welche Strategie ist jetzt sinnvoll?
Für langfristig orientierte Anleger bieten Korrekturen historisch gute Einstiegschancen. Der DAX hat trotz aller Krisen in den vergangenen 30 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite inklusive Dividenden von rund acht Prozent erzielt. Kurzfristig empfiehlt sich Selektivität: Defensive Sektoren wie Versicherungen und Konsumgüter bieten relative Stärke. Wer aktiv traden möchte, sollte auf eine geopolitische Deeskalation oder einen Ölpreisrückgang unter 90 Dollar warten.
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