Gaspreis schießt um 44 % nach oben: Was die Iran‑Krise für Deutschlands Energieversorgung bedeutet
Wie es zur Gaspreisexplosion kam
Die jüngste Rallye am Gasmarkt begann mit einem Angriff auf Anlagen des katarischen Konzerns QatarEnergy. Die staatliche Nachrichtenagentur meldete, dass nach Angriffen auf die Industriezone Ras Laffan und Mesaieed die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) aus Sicherheitsgründen eingestellt wurde. Gleichzeitig blockierte der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, wodurch Öl‑ und Gastransporte weltweit beeinträchtigt wurden. Schon zuvor waren die Gasnotierungen wegen der politischen Unsicherheit gestiegen; die Produktionspause in Katar trieb den Preis weiter nach oben. An der Energiebörse in Amsterdam sprang der TTF‑Terminkontrakt zur Lieferung im Mai auf 45,32 Euro je Megawattstunde – ein Anstieg um 44 % gegenüber dem Freitag.
Die Lage trifft Deutschland in einem ungünstigen Moment. Nach einem kalten Winter sind die Gasspeicher deutlich weniger gefüllt als im Vorjahr. Zudem sollte Katar ab 2026 erhebliche Mengen LNG an Deutschland liefern. Durch den Produktionsstopp sind diese Pläne fraglich. Die Unsicherheit führte zu Spekulationen, dass Gasimporteure höhere Preise an die Verbraucher weitergeben müssen.
Regierung reagiert mit Krisenteam
Angesichts der Preisexplosion sprach Wirtschaftsministerin Reiche von „neuer Unsicherheit für die deutsche Wirtschaft“. Die Bundesregierung reaktivierte daraufhin die Taskforce, die während der Gasmangellage 2022 eingesetzt wurde. Dieses Gremium aus Ministerien, Energieunternehmen und Netzbetreibern soll mehrmals täglich die Lage analysieren und bei Bedarf Maßnahmen empfehlen. Dazu zählen unter anderem der verstärkte Bezug von LNG aus den USA und Norwegen, verhandelte Lieferungen aus Algerien sowie eine mögliche Verlängerung von Kohlekraftwerken, um Gas zu sparen.
Ministerin Reiche betonte, dass Eingriffe in den Markt – etwa Preisbremsen oder Regulierungen – derzeit nicht geplant seien. Sie schloss aber nicht aus, dass man im Extremfall zu Instrumenten wie der Gaspreisdeckelung zurückkehren könnte. Verbraucherschützer sehen die Lage mit Sorge: Ein dauerhafter Anstieg des Gaspreises würde die Heizkosten für Millionen Haushalte erhöhen und viele Betriebe belasten. Die Regierung hofft, dass die Konfliktparteien den Schiffsverkehr bald wieder freigeben und QatarEnergy seine Produktion wieder hochfährt.
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