Günter Ehrhardt
February 17, 2026
Aktien

Goldman Sachs: Diese 3 Titel sind neben Nvidia besonders attraktiv

Die Goldman Sachs Aktienempfehlungen sorgen regelmäßig für Aufmerksamkeit an den internationalen Börsen, weil die Investmentbank mit ihren Analysen häufig Trends früh erkennt und institutionelle Investoren prägt. Nachdem Nvidia in den vergangenen Jahren zu den größten Profiteuren des KI-Booms avanciert ist und 2024/2025 neue Rekordstände erreicht hat, richtet sich der Blick vieler Anleger zunehmend auf die Frage, welche weiteren Titel neben Nvidia langfristig besonders attraktiv sind. Goldman Sachs hat in aktuellen Research-Berichten drei Aktien hervorgehoben, die in einem ähnlichen strukturellen Wachstumsumfeld profitieren könnten. Für deutsche Anleger ist diese Einschätzung besonders relevant, weil die genannten Unternehmen in globalen Indizes stark gewichtet sind und sich direkt über deutsche Börsen oder gängige Broker handeln lassen.

In einem Marktumfeld, das von hoher Volatilität, geopolitischen Risiken und einem strukturellen Wandel durch künstliche Intelligenz geprägt ist, gewinnen Qualitätsaktien mit soliden Geschäftsmodellen und klaren Wachstumsperspektiven an Bedeutung. Goldman Sachs verweist darauf, dass neben Nvidia insbesondere Microsoft, Broadcom und Amazon zu den Gewinnern der nächsten Technologie-Welle zählen könnten. Diese Einschätzung basiert auf detaillierten Umsatz- und Gewinnprognosen, Marktanteilsanalysen sowie der strategischen Positionierung der Unternehmen in Zukunftsmärkten wie Cloud-Computing, Halbleiterinfrastruktur und KI-basierte Dienste.

Warum Microsoft, Broadcom und Amazon neben Nvidia attraktiv sind

Microsoft gilt seit Jahren als einer der stabilsten Tech-Giganten und profitiert zunehmend vom KI-Boom. Nach Angaben des Unternehmens wuchs der Umsatz im Geschäftsjahr 2024 auf rund 245 Milliarden US-Dollar, während der operative Gewinn deutlich zulegte. Besonders stark entwickelte sich die Cloud-Sparte Azure, die zuletzt zweistellige Wachstumsraten verzeichnete. Goldman Sachs hebt in seinem Research hervor, dass Microsoft durch die enge Partnerschaft mit OpenAI und die Integration von KI-Funktionen in Produkte wie Office, Windows und Azure strukturelle Wettbewerbsvorteile besitzt. Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel für die Microsoft-Aktie weiterhin deutlich über dem aktuellen Marktniveau, was auf weiteres Aufwärtspotenzial hindeutet.

Ein weiterer Favorit ist Broadcom, ein Halbleiterkonzern, der im Schatten von Nvidia steht, aber eine zentrale Rolle in der Infrastruktur für Rechenzentren und KI-Anwendungen spielt. Broadcom erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von rund 35 Milliarden US-Dollar und profitierte besonders von der steigenden Nachfrage nach Netzwerk-Chips und spezialisierten Prozessoren für Rechenzentren. Goldman Sachs verweist darauf, dass der Ausbau globaler KI-Infrastruktur ohne leistungsfähige Netzwerk- und Speicherlösungen kaum denkbar ist, wodurch Broadcom strukturell vom gleichen Megatrend profitiert wie Nvidia. Historisch zeigt sich, dass Broadcom in Phasen hoher Investitionen in Rechenzentren überdurchschnittlich performt hat, etwa während der Cloud-Expansionsphase ab 2017.

Amazon wird von Goldman Sachs ebenfalls als hochattraktiv eingestuft, weil der Konzern weit mehr ist als ein reiner Online-Händler. Die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS) ist seit Jahren der profitabelste Geschäftsbereich und erzielte 2024 einen Umsatz von über 90 Milliarden US-Dollar. Goldman Sachs argumentiert, dass AWS als zentrale Plattform für KI-Workloads, Datenverarbeitung und Cloud-Infrastruktur fungiert und damit indirekt vom KI-Boom profitiert. Zusätzlich investiert Amazon massiv in eigene KI-Modelle und Rechenzentren, was langfristig die Marktposition stärken könnte. Für Anleger ist relevant, dass Amazon trotz hoher Investitionen weiterhin hohe Cashflows generiert und damit Spielraum für weiteres Wachstum besitzt.

Der Vergleich mit Nvidia zeigt, dass alle drei Unternehmen von ähnlichen strukturellen Trends profitieren, aber unterschiedliche Teile der Wertschöpfungskette abdecken. Während Nvidia als führender Anbieter von KI-Chips unmittelbar vom Hardware-Boom profitiert, stellen Microsoft, Broadcom und Amazon die Software-, Netzwerk- und Cloud-Infrastruktur bereit, ohne die KI-Anwendungen kaum skalierbar wären. Diese Diversifikation macht die genannten Titel für langfristig orientierte Anleger interessant, da sie weniger stark von einzelnen Produktzyklen abhängen als ein reiner Hardwarehersteller.

Historisch betrachtet ist die Strategie, auf mehrere Profiteure eines technologischen Megatrends zu setzen, häufig erfolgreicher als die Konzentration auf einen einzelnen Marktführer. Ein Blick zurück auf die Dotcom-Ära zeigt, dass Unternehmen mit soliden Geschäftsmodellen und breiter Marktposition langfristig erfolgreicher waren als hochspezialisierte Anbieter, die nur von einem kurzfristigen Trend lebten. Goldman Sachs verweist in diesem Zusammenhang auf die Lehren aus früheren Technologiezyklen und empfiehlt, Portfolios breiter aufzustellen, um zyklische Schwankungen besser abzufedern.

Bedeutung für deutsche Anleger und Bewertungsperspektive

Für deutsche Privatanleger ist die Einschätzung von Goldman Sachs deshalb relevant, weil die genannten Titel leicht handelbar sind und in vielen deutschen Depots bereits eine Rolle spielen. Microsoft, Broadcom und Amazon sind im MSCI World und im S&P 500 hoch gewichtet und beeinflussen damit auch die Performance von ETFs, die in Deutschland weit verbreitet sind. Wer bereits über Indexfonds investiert ist, partizipiert also indirekt an der Entwicklung dieser Unternehmen. Eine gezielte Beimischung einzelner Aktien kann jedoch dazu dienen, den Fokus auf besonders aussichtsreiche Titel zu verstärken.

Bewertungstechnisch bewegen sich die genannten Aktien auf unterschiedlichen Niveaus. Während Microsoft und Nvidia bereits hohe Kurs-Gewinn-Verhältnisse aufweisen, argumentiert Goldman Sachs, dass das langfristige Gewinnwachstum diese Bewertungen rechtfertigen könne. Broadcom und Amazon werden im Vergleich teilweise moderater bewertet, wenn man die erwarteten Gewinnsteigerungen berücksichtigt. Diese Differenzierung ist für Anleger wichtig, die nicht nur auf Wachstum, sondern auch auf Bewertung achten.

Gleichzeitig sollten Risiken nicht ausgeblendet werden. Hohe Investitionen in KI-Infrastruktur belasten kurzfristig die Margen, regulatorische Eingriffe im Technologiesektor können Geschäftsmodelle beeinflussen, und geopolitische Spannungen können Lieferketten und Absatzmärkte beeinträchtigen. Goldman Sachs weist in seinen Analysen darauf hin, dass die hohe Marktkonzentration im Technologiesektor zu erhöhter Volatilität führen kann, insbesondere wenn sich die Markterwartungen an den KI-Boom nicht in vollem Umfang erfüllen.

Goldman Sachs sieht neben Nvidia drei strukturelle Gewinner

Die aktuellen Goldman Sachs Aktienempfehlungen zeigen, dass Nvidia zwar weiterhin als einer der wichtigsten Profiteure des KI-Booms gilt, aber keineswegs allein steht. Microsoft, Broadcom und Amazon profitieren von denselben strukturellen Trends, bedienen jedoch unterschiedliche Ebenen der technologischen Wertschöpfungskette. Für deutsche Anleger ergibt sich daraus die Möglichkeit, gezielt auf mehrere Gewinner des KI- und Cloud-Megatrends zu setzen und das Portfolio breiter zu diversifizieren. Die langfristige Attraktivität dieser Titel hängt dabei nicht nur von kurzfristigen Kursbewegungen ab, sondern vor allem von der Fähigkeit der Unternehmen, ihre technologische Führungsrolle in nachhaltige Gewinne umzuwandeln.

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