Günter Ehrhardt
September 25, 2026
Rohstoffe

Goldpreis gibt nach: Dollar und Fed-Signale belasten das Edelmetall

Gold kostete am 25. September 2026 um die Mittagszeit 4.254,20 Dollar pro Feinunze – ein Rückgang von 33,80 Dollar oder 0,79 Prozent gegenüber dem Vortag. Ein starker US-Dollar und hawkische Signale aus der Federal Reserve belasten das zinslosen Edelmetall. Längerfristig betrachtet hat Gold seit Jahresbeginn erheblich zugelegt – und Analysten bleiben optimistisch.

Was heute den Goldpreis drückt

Der US-Dollar-Index (DXY) notiert auf dem höchsten Stand seit zwei Monaten. Ein starker Dollar macht Gold für internationale Käufer teurer und drückt die Nachfrage. Gleichzeitig mehren sich Signale, dass die Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus noch nicht abgeschlossen hat. Laut FX Street preist der Markt eine Wahrscheinlichkeit von 77 Prozent für eine weitere Erhöhung im Oktober ein.

Steigende Realrenditen als Gold-Gegner

Gold zahlt keine Zinsen. Wenn die Renditen inflationsbereinigter US-Staatsanleihen (TIPS) steigen, erhöhen sich die Opportunitätskosten für das Halten von Gold. Dieser Mechanismus erklärt, warum hawkische Notenbanken für Gold kurzfristig negativ sind.

Fed-Entscheidung vom 16. September und ihre Folgen

Die erste Zinserhöhung der Federal Reserve seit Juli 2023 – auf 3,75 bis 4,00 Prozent – kam für den Goldmarkt nicht völlig überraschend. Laut LBBW reagierte die Europäische Zentralbank ebenfalls mit einem hawkischen Signal im September. Die globale Zinswende belastet Gold auf breiter Front.

Gold im Kontext des Jahres 2026

Trotz der aktuellen Schwäche bleibt Gold in der Jahresbetrachtung deutlich im Plus. Zu Jahresbeginn 2026 notierte das Edelmetall bei rund 2.600 bis 2.700 Dollar. Selbst auf dem aktuellen Niveau hat Gold im Jahr 2026 über 55 bis 60 Prozent zugelegt – eine außergewöhnliche Performance, getrieben von Notenbankkäufen und geopolitischen Spannungen.

Notenbanken kaufen weiter

Ein entscheidender struktureller Faktor bleibt die Nachfrage der Zentralbanken. Länder wie China, Indien, Polen und die Türkei haben ihre Goldreserven systematisch ausgebaut. Diese institutionelle Nachfrage dient als Preisanker und begrenzt stärkere Korrekturen. Länder, die traditionell US-Dollar-Reserven hielten, diversifizieren zunehmend in Gold – als Reaktion auf westliche Sanktionspolitik und geopolitische Risiken.

Analystenausblick: 5.000 Dollar bis 2027?

Ryan McKay, Rohstoffanalyst bei TD Securities, sieht Gold bis 2027 bei 5.000 Dollar. Internationale Medien berichten über diese Prognose, die auf anhaltenden Notenbankkäufen und einer möglichen globalen Rezession 2027 basiert. Andere Analysten sind vorsichtiger, sehen aber weiteres Aufwärtspotenzial.

Technische Unterstützungszonen

Technisch betrachtet liegt eine erste Unterstützung bei 4.200 Dollar. Darunter wäre der Bereich um 4.000 Dollar relevant – eine runde Zahl mit psychologischer Bedeutung. Auf der Oberseite markiert das zuletzt erreichte Hoch bei rund 4.300 bis 4.350 Dollar den nächsten Widerstand. Ein nachhaltiger Rückfall unter 4.000 Dollar würde das technische Bild eintrüben.

Fazit: Kurzfristig unter Druck, langfristig strukturell gestützt

Der heutige Rückgang des Goldpreises ist fundamental begründet und kein Alarmsignal. Solange die Federal Reserve ihren Straffungskurs fortsetzt und der Dollar stark bleibt, bleibt Gold unter Druck. Strukturell – durch Notenbank-Käufe, Inflationsrisiken und geopolitische Unsicherheit – bleibt das Edelmetall eine der wenigen Anlageklassen mit breitem institutionellen Konsens über langfristiges Aufwärtspotenzial. In einer Welt mit anhaltend hohen Staatsschulden behält Gold seine fundamentale Attraktivität.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Investitionen sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie einen qualifizierten Finanzberater, bevor Sie Anlageentscheidungen treffen.

  • Goldpreis bei 4.254,20 Dollar (-0,79% / -33,80 Dollar) am 25. September 2026
  • US-Dollar auf 2-Monats-Hoch nach hawkischen Fed-Kommentaren
  • Markt preist 77% Wahrscheinlichkeit einer weiteren Fed-Erhöhung im Oktober ein
  • TD Securities-Analyst Ryan McKay hält 5.000 Dollar bis 2027 für möglich
  • Steigende Realrenditen erhöhen die Opportunitätskosten für Gold-Haltung

Gold notiert bei 4.254,20 Dollar, rund 33,80 Dollar unter dem Vortagswert. Silber und Platin geben ebenfalls nach. Der US-Dollar-Index (DXY) steigt auf den höchsten Stand seit zwei Monaten.

TD Securities Analyst Ryan McKay sieht Gold bis 2027 bei 5.000 Dollar – getragen von globaler Notenbank-Nachfrage und Rezessionsabsicherung.
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