Richard Stern
March 31, 2026
Rohstoffe

Goldpreis über 4.550 Dollar: Safe-Haven-Nachfrage auf historischem Höchststand

Goldpreis über 4.550 Dollar: Safe-Haven-Nachfrage auf historischem Höchststand

Gold hat im ersten Quartal 2026 eine beeindruckende Performance hingelegt. Am 20. März setzte das Edelmetall mit 4.647,60 US-Dollar pro Feinunze ein neues Allzeithoch, bevor es leicht auf das aktuelle Niveau von rund 4.556 Dollar zurückfiel. Zum Jahresbeginn lag der Preis noch bei rund 2.650 Dollar – ein Plus von über 70 Prozent in nur drei Monaten.

Die Haupttreiber der Goldpreisrally

Der wichtigste Faktor ist der Nahost-Konflikt. Seit dem eskalierenden iranischen Raketenbeschuss im Februar 2026 hat die geopolitische Risikoprämie im Goldpreis erheblich zugenommen. Historisch steigt der Goldpreis in geopolitischen Krisenzeiten durchschnittlich um 15 bis 25 Prozent.

Ein zweiter entscheidender Faktor ist die Zentralbanknachfrage. Laut World Gold Council kauften Zentralbanken im Jahr 2025 insgesamt 1.136 Tonnen Gold. Besonders aktiv sind die Zentralbanken Chinas, Indiens und der Türkei, die ihre Goldreserven systematisch ausbauen, um die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren.

Drittens wirken die realen Zinsen als Rückenwind. Analysten der DZ Bank sehen in der aktuellen Zinssituation einen strukturellen Unterstützungsfaktor für Gold.

Aktuelle Marktlage: Gold in Euro

Für deutsche Anleger ist der Euro-Goldpreis besonders relevant. Aktuell notiert Gold bei rund 3.974 Euro pro Feinunze. Edelmetallstratege Klaus Bremer von der LBBW erklärt: Für deutsche Anleger ist Gold aktuell doppelt attraktiv. Zum einen steigt der Dollar-Goldpreis, zum anderen verliert der Euro an Wert, was die Gewinne in Euro verstärkt. Der Goldbändler Degussa berichtet von einem Anstieg der Kundenbestellungen um 45 Prozent im ersten Quartal 2026.

Gold-ETFs und Mining-Aktien als Alternative

Die bekanntesten Gold-ETCs sind der Xetra-Gold und der EUWAX Gold II. Beide werden vollständig mit physischem Gold hinterlegt und ermöglichen physische Lieferung. Die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei rund 0,3 Prozent. Mining-Aktien bieten Hebelpotenzial: Die Aktien von Barrick Gold, Newmont und Newcrest haben seit Jahresbeginn zwischen 35 und 55 Prozent zugelegt.

Handlungsempfehlungen

Bei einem Goldpreis von über 4.550 Dollar bleibt Gold für langfristige Anleger als Portfolioabsicherung sinnvoll. Die empfohlene Portfoliogewichtung liegt bei fünf bis zehn Prozent. Steuerlich profitieren physische Goldanleger in Deutschland: Gewinne aus dem Verkauf nach mehr als zwölf Monaten Haltezeit sind vollständig steuerfrei.

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