ifo‑Index steigt auf 88,6 Punkte – Ist das die Trendwende?
Nach einem enttäuschenden Jahresstart zeigt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Februar verbessert. Der ifo‑Geschäftsklimaindex kletterte von 87,6 Punkten im Januar auf 88,6 Punkte. Dieser Index basiert auf einer Umfrage unter rund 9.000 Unternehmen und gilt als wichtiger Frühindikator. Besonders das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor meldeten bessere Geschäfte und optimistischere Erwartungen für die kommenden Monate. Einzig der Handel blieb uneinheitlich, und das Baugewerbe hinkt hinterher.
Die ersten Anzeichen einer Erholung geben Hoffnung, dass die Wirtschaft nach der Stagnation 2025 wieder Fahrt aufnehmen könnte. Der Präsident des ifo‑Instituts, Clemens Fuest, sprach von „ermutigenden Signalen“, warnte aber zugleich vor überzogenen Erwartungen: Die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten und die drohenden Importzölle der USA könnten die exportorientierte deutsche Wirtschaft erneut belasten. Auch die wieder aufkeimenden Handelskonflikte zwischen den USA und China verunsichern Unternehmen. Viele Firmen halten Investitionen zurück, solange unklar ist, welche Zölle wann erhoben werden.
Zollrisiken, Inflation und wirtschaftlicher Ausblick
Neben den Zöllen ist die Inflation ein weiteres Thema. Im Januar 2026 lag die Teuerungsrate bei 2,1 Prozent. Besonders Nahrungsmittel verteuerten sich stark: Zucker, Konfitüren, Honig und Schokolade kosteten im Jahresvergleich mehr als zehn Prozent mehr. Gleichzeitig fielen die Preise für Haushaltsenergie, da die Netzentgelte für Strom gesenkt wurden und Gas günstiger wurde. Diese Gemengelage aus steigenden Lebenshaltungskosten und sinkenden Energiepreisen macht es den Konsumenten schwer, ihre Ausgaben zu planen. Unternehmen müssen gestiegene Materialkosten teilweise an Kunden weitergeben, riskieren aber, dass die Nachfrage einbricht.
Für die kommenden Monate ist entscheidend, wie sich die globalen Handelsbeziehungen entwickeln. Kommt es zu einer Entspannung im Zollstreit, könnten Exporte wieder anziehen. Gelingt es der Bundesregierung, ihr Investitionsprogramm zügig umzusetzen, dürfte dies die Binnenkonjunktur stützen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die konjunkturelle Aufhellung nur kurzlebig ist. Analysten raten Anlegern daher zur Vorsicht: Zwar bieten deutsche Aktien Chancen, doch sollten sie im internationalen Kontext betrachtet und durch globale Anlagen ergänzt werden.
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