Kryptowährung unter Druck: Warum VanEck weniger rosige Zeiten für Bitcoin erwartet
Die Kryptowährung Bitcoin sorgt im Jahr 2025 trotz Rekordpreisen und wachsendem Interesse weiter für Diskussionen. Während viele Anleger auf neue Rallys hoffen, warnt der US-Assetmanager VanEck vor einer Phase mit erhöhten Risiken und potenziell schwierigen Monaten für den Markt. Die Aussagen der Experten rund um den Bitcoin-Zyklus, technologische Unsicherheiten und Unternehmensrisiken treffen auf eine volatile Marktumgebung, in der klassische Muster wie der „Halving-Zyklus“ an Verlässlichkeit zu verlieren scheinen. Für deutsche Anleger, die häufig stark auf Sicherheit und Perspektive achten, sind diese Entwicklungen von besonderer Bedeutung, weil sie nicht nur den Preis sondern auch das Vertrauen in die größte Kryptowährung der Welt beeinflussen.
Bitcoin hat im Verlauf von 2025 zwar mehrfach neue Allzeithochs erreicht und eine beeindruckende Entwicklung hingelegt, doch diese Euphorie wird zunehmend durch makroökonomische Unsicherheiten, technologische Warnungen und institutionelle Bewertungen gebremst. Genau hier setzt die Warnung von VanEck an: Der bekannte Vermögensverwalter rät zur Vorsicht, da gleich mehrere Faktoren zusammenspielen, die kurzfristig zu erneuter Volatilität oder Preisdruck führen könnten. Dieser Artikel beleuchtet, was genau die Experten meinen, welche Risiken im Raum stehen und wie Anleger darauf reagieren können – mit Kontext, Daten und realen Beobachtungen aus dem Markt.
VanEck-Warnung: Mehr als nur kurzfristige Schwankungen
VanEck hat seine Sicht auf Bitcoin mehrfach öffentlich gemacht – und lässt dabei weniger rosige Aussichtsszenarien nicht aus. Bereits im Jahr 2025 hatte VanEck vor möglichen „Kapitalvernichtungen“ gewarnt, wenn Firmen und Unternehmen zu stark auf Bitcoin als Treasury-Asset setzen. Laut einer Analyse könnte gerade die Praxis, Bitcoin durch Schulden oder Aktienemissionen zu finanzieren, zu Problemen führen, wenn die Preise nicht wie erhofft steigen und institutionelle Anleger sich zurückziehen. Diese Art von „strategischer Risiko-Positionierung“ kann laut VanEck zu erheblichen Verlusten führen, wenn sich die Marktbedingungen drehen.
Ein weiterer zentraler Punkt der VanEck-Warnungen betrifft das traditionelle Bild des Bitcoin-Marktes. In der Vergangenheit haben Marktanalysten mit Blick auf den sogenannten vierjährigen Halving-Zyklus Prognosen erstellt, die auf zyklische Aufwärts- und Abwärtsphasen abstellen. Doch laut VanEck scheint dieses zyklische Muster zunehmend weniger verlässlich zu sein. Der institutionelle Experte argumentiert, dass makroökonomische Variablen, die globalen Kapitalmärkte und technologische Entwicklungen – etwa in Bereichen wie künstlicher Intelligenz oder alternativen Anlageklassen – den Preisverlauf von Bitcoin stärker prägen als einfache zeitliche Zyklen.
Ein weiterer Risikofaktor, den VanEck hervorgehoben hat, betrifft technologische Bedrohungen: So äußerte der CEO des Unternehmens, Jan van Eck, Bedenken, dass fortschreitende Entwicklungen im Bereich Quantencomputing langfristig die kryptographischen Sicherheitsstandards von Bitcoin infrage stellen könnten. Sollte jemals ein Quantencomputer existieren, der stark genug ist, die elliptische Kurvenverschlüsselung zu knacken, könnte das nicht nur die Sicherheit von Transaktionen gefährden, sondern auch das Vertrauen der Anleger nachhaltig untergraben. Diese Warnung verändert die Perspektive auf Bitcoin von einem rein finanziellen Asset zu einem technologisch verwundbaren System.
Marktdynamik, Volatilität und strukturelle Risiken
Parallel zu VanEcks Warnungen zeigen auch On-Chain-Daten und Marktindikatoren, dass Bitcoin 2025 kein homogenes Wachstumsmuster liefert. Eine Analyse zeigt, dass die Netzwerk-Hashrate des Bitcoin-Blockchain-Systems im Dezember 2025 deutlich gefallen ist – ein Rückgang von rund 4 % im Vergleich zum Vormonat, was der stärkste Rückgang seit April 2024 war. Historisch können solche Rückgänge auf eine vorübergehende Schwäche im Mining-Sektor hindeuten, was allein für sich genommen keine Katastrophe ist, aber in Verbindung mit fallenden Preisen auf eine reduzierte Marktstärke hindeuten kann.
Solche technischen Signale wirken sich auf die Wahrnehmung der Anleger aus. Die 30-Tage-Volatilität von Bitcoin lag im Dezember 2025 bei über 45 %, dem höchsten Stand seit mehreren Monaten, was ein klares Zeichen für verstärkte Bewegung im Markt ist. In solchen Phasen steigen sowohl Risiko als auch Unsicherheit, weil es keine klaren Trendlinien gibt und kurzfristige Händler gleich stark reagieren wie langfristig orientierte Anleger.
Ein weiteres strukturelles Risiko ergibt sich aus dem Verhalten institutioneller Bitcoin-Halter. Rund ein Viertel aller börsennotierten Unternehmen mit Bitcoin-Vermögenswerten notieren derzeit unter dem Nettoinventarwert ihres BTC-Bestands, was bedeutet, dass ihr Marktwert geringer ist als der reine Wert der gehaltenen Bitcoins. Diese Konstellation kann die Kapitalaufnahme erschweren und das Risiko einer Verwässerung oder Kapitalengpässe verstärken, wenn Unternehmen neue Aktien ausgeben müssen, um Liquidität zu schaffen.
Die Warnungen von VanEck und die schwankungsreichen On-Chain-Signale bedeuten nicht zwangsläufig, dass Bitcoin im freien Fall begriffen ist oder kein Potenzial mehr hat. Vielmehr zeigen sie, dass Anleger in diesem Markt nicht nur auf Preis- oder Zyklusmodelle setzen können, sondern ein breiteres Risikoprofil benötigen. Einfache „Buy-and-Hold“-Strategien, die in früheren Jahren teils sehr erfolgreich waren, funktionieren nicht automatisch weiter, wenn sich fundamentale Rahmenbedingungen ändern.
Gerade für deutsche Anleger ist dies relevant, weil hierzulande traditionell hohe Ansprüche an Stabilität und Risiko-Management bestehen. Die Volatilität von Bitcoin, gekoppelt mit makroökonomischen Variablen wie Zinspolitik, geopolitischen Spannungen und technologischen Risiken, schafft ein Umfeld, in dem kurzfristige Rücksetzer und längere Konsolidierungen wahrscheinlicher sind als ein linearer Aufwärtstrend.
Eine weitere wichtige Lehre aus den VanEck-Warnungen ist die Unterscheidung zwischen technischem Risiko und fundamentaler Entwicklung. Während kurzfristige technische Daten wie Hashrate und Volatilität auf mögliche Schwächephasen hindeuten können, steht die langfristige Entwicklung des Netzwerks weiterhin auf soliden Beinen: Die Blockchain bleibt funktional, und viele institutionelle Investoren halten trotz Kursrückgängen langfristige Positionen.
Bitcoin bleibt ein faszinierendes und zugleich herausforderndes Investmentobjekt. Die jüngsten Warnungen von VanEck, kombiniert mit strukturellen Indikatoren und technologischen Unsicherheiten, zeigen: Die kommenden Monate dürften volatil bleiben und Anleger müssen sich auf komplexere Risikofaktoren einstellen als in früheren Boom- oder Bust-Phasen.
Für Anleger heißt das nicht, Bitcoin grundsätzlich abzuschreiben, sondern es realistischer einzuordnen. Volatilität, technologische Risiken und makroökonomische Einflussfaktoren machen eine strategisch diversifizierte Herangehensweise notwendig. In einem Umfeld, in dem klassische Zykluserwartungen infrage gestellt werden und institutionelle Bewertungen sich verändern, ist das Bewusstsein für Risiken genauso wichtig wie der Blick auf Chancen.
Streit um Stablecoins, DeFi und Regulierung: Coinbase kippt bedeutende Krypto-GesetzespläneDer große Krypto-Regulierungsdeal in Washington droht zu scheitern, nachdem Coinbase seine Unterstützung für einen bedeutenden Gesetzesentwurf zurückgezogen hat. Folgen für Bitcoin und Branche.
Bitcoin ohne Rhythmus? Warum der 4-Jahres-Zyklus in Frage stehtBitcoin folgt seit Jahren einem Halving-und-4-Jahres-Zyklus. 2025 erscheint dieses Muster erstmals zu bröckeln. Was das für Anleger bedeutet und wohin die Reise gehen könnte.
El Salvadors Bitcoin-Traum wird geerdet: 2025 endet die EuphorieEl Salvador setzte früh auf Bitcoin als Staatsstrategie. 2025 zwingt der Druck des IWF das Land zu Kurskorrekturen. Eine Einordnung.
World Liberty Financial: Trumps Krypto-Projekt endet das Jahr tief im MinusDer Token von World Liberty Financial verliert 2025 über 40 Prozent an Wert. Warum Trumps Krypto-Projekt Anleger enttäuscht und was dahintersteckt.
Bitcoin gegen Gold: Warum zwei Rekorde die Märkte gleichzeitig bewegenBitcoin notiert nahe 90.000 Dollar, Gold erreicht neue Rekordstände. Welche Faktoren die Märkte treiben und was das für Anleger bedeutet.


