Nahost-Konflikt und Ölpreisschock: So schützen Sie Ihr Depot gegen die nächste Krise
Nahost-Konflikt und Ölpreisschock: So schützen Sie Ihr Depot gegen die nächste Krise
Der eskalierte Nahost-Konflikt und der Anstieg des Ölpreises auf 107 Dollar pro Barrel haben vielen Anlegern schmerzhaft vor Augen geführt: Geopolitische Schocks können innerhalb weniger Wochen zu erheblichen Portfolioverlusten führen. Wer heute handelt, kann sein Depot besser für ähnliche Szenarien rüsten.
Schritt 1: Die richtige Asset-Allokation als Fundament
Die wichtigste Absicherung gegen Krisen ist eine durchdachte Asset-Allokation. Eine klassische Krisenportfolio-Empfehlung für Privatanleger mit mittlerer Risikobereitschaft sieht vor: 50 bis 60 Prozent globale Aktien via ETF, 15 bis 20 Prozent Anleihen hoher Bonität, zehn Prozent Gold und fünf bis zehn Prozent Cash.
Die Anleihenquote ist im erhöhten Zinsumfeld wieder attraktiv: Bundesanleihen mit fünfjähriger Laufzeit rentieren bei rund 2,4 Prozent. Gold hat seine Schutzfunktion eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Während der DAX sieben Prozent verlor, legte Gold über 70 Prozent zu. Selbst eine Goldposition von zehn Prozent hätte erheblichen Puffer geboten.
Schritt 2: Geopolitisch resistente Sektoren bevorzugen
Krisenresistente Sektoren umfassen erstens Rüstung und Sicherheit: Rheinmetall, Hensoldt und Leonardo haben in der aktuellen Krise deutlich outperformed. Zweitens Energie: Shell, TotalEnergies und BP profitieren direkt von steigenden Energiepreisen. Drittens Basiskonsumgüter: Nestlé, Unilever und Beiersdorf sind von Konjunkturschwankungen weitgehend unabhängig.
Portfoliomanager Stefan Köhler von Flossbach von Storch erklärt: Rüstungsaktien sind nicht für jeden ethisch vertretbar, aber für die Portfolio-Resilienz in geopolitischen Krisen sind sie kaum zu ersetzen. Wer sich damit unwohl fühlt, sollte alternativ Energieaktien oder defensive Konsumgüter übergewichten.
Schritt 3: Absicherungsinstrumente nutzen
Für Anleger mit größeren Portfolios ab etwa 50.000 Euro bieten sich aktive Absicherungsinstrumente an. Put-Optionsscheine auf den DAX sind die klassische Hedge-Variante. Ein DAX-Put mit Ausübungspreis bei 21.000 Punkten und sechsmonatiger Laufzeit kostet aktuell etwa 1,5 bis 2 Prozent des abzusichernden Portfoliowerts. Einfacher und kostengünstiger ist ein Short-ETF auf den DAX.
Schritt 4: Cash-Reserve strategisch einsetzen
Zehn bis 15 Prozent des Portfolios in Tagesgeld oder kurzlaufenden Geldmarkt-ETFs zu halten, bietet gleich zwei Vorteile: psychologische Stabilität und die Möglichkeit, bei starken Marktrückgängen opportunistisch zuzukaufen. Deutsche Tagesgeldkonten bieten aktuell Zinsen zwischen 2,5 und 3,2 Prozent.
Die Gesamtstrategie
Geopolitische Krisen sind kein Ausnahmezustand – sie sind der Normalzustand. Konkret für die aktuelle Lage: Gold aufbauen, Cash-Reserve prüfen, zyklische Positionen reduzieren und defensive Qualitätsaktien stärken – das sind die vier Kernmaßnahmen für ein krisenresistentes Depot 2026.
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