Ölpreis über 109 Dollar: Hormuz-Krise treibt Brent auf Viermonatshoch
Ölpreis Brent auf Viermonatshoch: Hormuz-Krise eskaliert weiter
Der Ölpreis Brent ist am 15. September 2026 auf 109,21 Dollar je Barrel gestiegen – ein Plus von 3,34 Prozent und das höchste Niveau seit vier Monaten. Die militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran im Persischen Golf hat die Ölversorgung aus dem Nahen Osten in eine beispiellose Lage gebracht.
Was ist passiert?
Die Straße von Hormuz ist faktisch gesperrt. Der Schiffsverkehr ist um rund 95 Prozent eingebrochen – von täglich mehr als 100 Schiffen auf 5 bis 12. Gleichzeitig ist die saudiarabische East-West-Pipeline nach Angriffen außer Betrieb. Brent hatte bereits am 9. September die Marke von 100 Dollar je Barrel überschritten. Im Monatsvergleich ist Brent um mehr als 20 Prozent gestiegen.
Warum ist das wichtig?
Durch die Straße von Hormuz fließen rund 20 Prozent der globalen Ölnachfrage. Eine anhaltende Blockade erzeugt Versorgungsangst, die an den Terminkmärkten sofort eingepreist wird. OPEC+ hatte entschieden, die Produktionskürzungen um 188.000 Barrel pro Tag schrittweise zurückzunehmen – dieser Beschluss ist durch die Iran-Krise faktisch wirkungslos.
Hintergrund
Die US-Iran-Konfrontation im Persischen Golf hatte sich seit Ende Februar 2026 schrittweise verschärft. Saudi-Arabiens Rohpoolproduktion ist auf das niedrigste Niveau seit den frühen 1990er-Jahren gefallen. Institutionelle Prognosen divergieren stark: Rystad Energy sieht in einem Stressszenario Preise über 140 Dollar, Goldman Sachs geht im Basisszenario von einer Rückkehr auf rund 85 Dollar aus.
Szenarien
In einem positiven Szenario könnten diplomatische Verhandlungen die Straße von Hormuz innerhalb von Wochen wieder öffnen. In einem neutralen Szenario bleibt Brent in einer Spanne von 100 bis 115 Dollar. In einem negativen Szenario könnten weitere Angriffe auf saudische Infrastruktur den Preis auf neue Mehrjahreshochs treiben.
Der zweite Blick
Wer nur auf den Tagespreis schaut, übersieht den eigentlichen Treiber. Der Markt handelt nicht primär den aktuellen Angebotsausfall, sondern die Risikoprämie auf zukünftige Unterbrechungen. Selbst wenn die physische Versorgungslücke temporär durch strategische Reserven ausgeglichen werden könnte, bleibt die geopolitische Risikoprämie strukturell hoch.
Mögliche Auswirkungen & Risiken
Für die positive These spricht, dass der Druck auf beide Seiten erheblich ist: Die USA wollen keine ausgedehnte Ölkrise, der Iran braucht Exporteinnahmen. Gegen die positive These spricht die Geschichte der US-Iran-Krisen, die sich meist länger hinziehen als antizipiert. Das größte Risiko ist ein nachhaltiger Ölpreisanstieg über 120 Dollar.
Was der Markt jetzt beobachtet
Der Markt beobachtet täglich die Tankerfrequenz durch die Straße von Hormuz. Daneben rücken US-Rohpoollagerbestände, IEA-Kommunikation und diplomatische Signale aus Washington und Teheran in den Vordergrund.
Redaktionelle Einordnung
Aus redaktioneller Sicht spricht derzeit mehr für eine anhaltende Risikoprämie im Ölpreis als für eine rasche Entspannung, solange keine diplomatischen Signale greifbar werden. Gegen die positive These spricht die militärische Eskalationsdynamik der vergangenen Wochen.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich journalistischen und informativen Zwecken. Alle Daten und Kurse beziehen sich auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Investitionen sind mit Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden.
- Brent stieg am 15. September auf 109,21 Dollar – Viermonatshoch
- Tankerverkehr durch die Straße von Hormuz um 95 Prozent eingebrochen
- Saudi-Arabiens East-West-Pipeline nach Angriffen außer Betrieb
- Brent im Monatsvergleich über 20 Prozent teurer
- Prognosespanne: 85 bis über 140 Dollar je Szenario
| Faktor | Einordnung |
|---|---|
| Brent-Preis (15.09.2026) | 109,21 Dollar – plus 3,34 Prozent |
| Hormuz-Tankerverkehr | Rückgang um rund 95 Prozent |
| Saudi East-West-Pipeline | Außer Betrieb nach Angriffen |
| Monatliche Preisentwicklung | Plus 20,19 Prozent |
| OPEC+ Beschluss | +188.000 bpd – faktisch ohne Markteffekt |
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