Werner Flach
March 31, 2026
Aktien

VW-Aktie 2026: Zwischen Restrukturierung, Sparprogramm und langer Aufholjagd

VW-Aktie 2026: Zwischen Restrukturierung, Sparprogramm und langer Aufholjagd

Volkswagen ist das Symbol der deutschen Industrie – und zugleich das Sinnbild ihrer aktuellen Herausforderungen. Die VW-Aktie notiert aktuell bei rund 90 Euro und liegt damit weit unter dem Allzeithoch von über 250 Euro aus dem Jahr 2015. Analysten sind gespalten: Die einen sehen eine Kaufgelegenheit, die anderen warnen vor anhaltenden strukturellen Problemen.

Der Stand der Restrukturierung

Volkswagen hat eines der ambitioniertesten Restrukturierungsprogramme in seiner Geschichte eingeleitet: Kostensenkungen um zehn Milliarden Euro bis 2027, die Schließung von zwei bis drei deutschen Werken und die Streichung von bis zu 35.000 Stellen. Das Programm zeigt erste Ergebnisse: Die variablen Kosten pro Fahrzeug sind im Laufe des Jahres 2025 um rund vier Prozent gesunken. Industriehistoriker Dr. Peter Schöll von der Universität Duisburg-Essen erklärt: VW hat die schwerste Phase der Transformation hinter sich. Das Unternehmen erkennt, dass sein bisheriges Geschäftsmodell nicht zukunftsfähig ist. Das braucht aber Zeit.

Bewertung: Günstig, aber nicht ohne Grund

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei bemerkenswert niedrigen acht. Die Dividende wurde deutlich reduziert: Von 9,00 Euro in Boom-Jahren auf aktuell 3,60 Euro, was einer Dividendenrendite von 3,9 Prozent entspricht. Das Kursziel der Analysten liegt im Konsens bei 100 bis 112 Euro für Ende 2026.

China: Das entscheidende Schlachtfeld

Fast 35 Prozent aller VW-Fahrzeuge werden in China verkauft. Doch der einst dominante Marktanteil ist von über 20 Prozent auf aktuell rund 13 Prozent gesunken – primär durch die Stärke chinesischer Elektroauto-Marken wie BYD, NIO und Xiaomi Auto. Branchenexperte Simon Tao von McKinsey Shanghai urteilt: VW kämpft in China gegen Gegner, die schlichtweg schneller sind. Die Frage ist nicht, ob VW Marktanteile verliert, sondern wie stark.

Software und Digitalisierung

VW hat einen Strategieschwenk vollzogen: Kooperationen mit Rivian und Xpeng und gezielte Software-Zukäufe. Die neue Elektronik-Plattform SSP soll ab 2027 schrittweise eingeführt werden – ein potenzielles Wendejahr.

Fazit: Hochrisiko-Investment mit Aufholpotenzial

VW ist kein Investment für Anleger, die schnelle Gewinne suchen. Für geduldige Anleger mit einem Horizont von fünf bis sieben Jahren und der Überzeugung, dass VW seine Transformation erfolgreich abschließt, ist die aktuelle Bewertung historisch attraktiv. Praktisch empfiehlt sich: maximal fünf Prozent des Portfolios in VW investieren. Einstieg in zwei Tranchen bei 90 Euro und bei einem möglichen Rückfall auf 80 Euro. Stoploss bei 72 Euro, Kursziel für 2027 bei 120 Euro.

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