Richard Stern
March 12, 2026
Makro

Wachstum trotz Krieg: Ifo erwartet 0,8 Prozent – aber nur im besten Fall

Ifo Prognose Weltwirtschaft Iran – Zwei Szenarien im Vergleich

Der Iran‑Krieg hält die Weltwirtschaft in Atem.  Das Ifo‑Institut stellte in seiner Frühjahrsprognose zwei Szenarien vor: Im „Deeskalationsszenario“ könnte die deutsche Wirtschaft 2026 um 0,8 Prozent wachsen, falls der Krieg bald endet.  Dieses Szenario stützt sich auf die Annahme, dass der Energiepreisschock nur vorübergehend ist und staatliche Mehrausgaben für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung das Wachstum stützen.  Bis 2027 könnte das Wachstum dann auf 1,2 Prozent anziehen.  Im „Eskalationsszenario“ hingegen würde das Bruttoinlandsprodukt nur um 0,6 Prozent zulegen, wenn der Krieg länger dauert und die Energiepreise hoch bleiben.  Gleichzeitig würde sich die Inflationsrate im Eskalationsszenario auf 2,5 Prozent erhöhen.

Globale Implikationen und politische Handlungsfelder

Die Ifo‑Analysen zeigen, dass die Weltwirtschaft selbst bei anhaltender Unsicherheit nicht zum Stillstand kommt.  Staaten können die Konjunktur durch Investitionsprogramme stützen, müssen jedoch auf die Preisentwicklung achten.  Im Deeskalationsszenario sieht das Ifo die deutsche Inflationsrate bei 2,2 Prozent und damit unter dem Niveau vieler anderer Industrieländer.  Doch bei einer Eskalation drohen höhere Energiepreise, die nicht nur Europa, sondern auch Schwellenländer treffen.  Länder wie Indien und China sind stark auf Importe aus dem Nahen Osten angewiesen; ihre Wachstumsdynamik könnte unterbrochen werden.  Auch die US‑Wirtschaft spürt die Auswirkungen in Form steigender Inflation, wie Ökonom Bastian Hepperle von Hauck Aufhäuser Lampe in Business Punk betont.

In meinen früheren Beiträgen habe ich hervorgehoben, dass lokale Kriege selten die globalen Wirtschaftsstrukturen dauerhaft ändern, sofern sie regional begrenzt bleiben.  Die Ifo‑Prognose bestätigt diese Einschätzung.  Allerdings zeigt sie auch, dass Staaten flexibel reagieren müssen: Investitionen in erneuerbare Energien, der Ausbau von Flüssiggasimporten und diplomatische Initiativen zur Sicherung von Handelsrouten sind entscheidend, um das Wachstum zu stabilisieren.  Anleger sollten die unterschiedlichen Szenarien in ihre Portfolioplanung einbeziehen und darauf achten, wie schnell eine Deeskalation eintritt.

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