Warum der Iran‑Krieg den „Trump‑Put“ beendet und die Aktienmärkte nervös macht
Der Mythos vom Trump‑Put
In den vergangenen Jahren glaubten viele Investoren, der damalige US‑Präsident Donald Trump werde die Märkte bei größeren Einbrüchen indirekt stützen. Dieser Glaube beruhte auf der Erfahrung, dass Trump nach Handelskonflikten oder geldpolitischen Drohungen regelmäßig zurückruderte, sobald die Aktienmärkte zu stark fielen. Börsianer prägten dafür den Begriff „TACO‑Trade“ – „Trump Always Chickens Out“.
Doch im Iran‑Krieg funktioniert diese Logik nicht mehr. Wie Finanzmarktwelt berichtet, warnen Strategen an der Wall Street, dass es keinen „Trump‑Put“ gibt. Bob Elliott, Chief Investment Officer der New Yorker Firma Unlimited, betonte, dass Kriege eine eigene Dynamik entwickeln und nicht so einfach zu kontrollieren sind. Steigende Ölpreise könnten den USA einen neuen Inflationsschock bescheren und die Federal Reserve dazu zwingen, den Zinskurs anzupassen. All dies macht es unwahrscheinlich, dass Trump oder andere Politiker kurzfristig Maßnahmen ergreifen, um die Märkte zu stabilisieren.
Globale Aktien unter Druck
Die Auswirkungen des Iran‑Kriegs sind deutlich: Die Preise für Rohöl der Sorte Brent kletterten binnen Tagen um zehn Prozent, während der US‑Leitindex S&P 500 zunächst bis zu 2,5 Prozent nachgab. Die deutsche Börse rutschte parallel um über 1.000 Punkte ab. Während viele Anleger nach den ersten Rückschlägen in technische Unterstützungszonen kauften, bleibt die Unsicherheit hoch. Zudem warnt Ross Mayfield von Baird, dass Schäden an der Öl‑Infrastruktur im Nahen Osten die wirtschaftlichen Folgen des Krieges verlängern könnten.
Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit und steigenden Energiepreisen wirft die Frage auf, wie Investoren ihr Portfolio aufstellen sollten. Kurzfristig könnten Energie‑ und Rüstungsunternehmen profitieren, während luftfahrt‑ und tourismuslastige Titel unter Druck geraten. Mittelfristig entscheidet die Dauer des Konflikts: Hält die Sperrung der Straße von Hormus an, drohen Lieferengpässe und eine Rezession. Löst sich die Lage schneller, könnten die Märkte einen Großteil der Verluste wieder aufholen.
Merck KGaA im DAX-Kontext: Sektorrotation und BewertungsfragenMerck KGaA kombiniert Life Science, Healthcare und Electronics. Was der Kursanstieg über Sektorrotation verrät und welche Bewertungsfragen offen bleiben.
Merck Aktie führt DAX an: Analyse des heutigen KursanstiegsMerck Aktie führt den DAX an: +3,45% auf 140,75 Euro. Was hinter dem Kurssprung steckt, was die Sektorrotation im DAX heute bedeutet und was folgt.
Nvidia Aktie: 235 Milliarden Dollar Rückkauf – was dahinter stecktNvidia Aktie nahe Allzeithoch bei 207 Euro: Das Unternehmen hat Rückkauf von 235 Milliarden Dollar genehmigt. Was das Signal für den Markt bedeutet und welche Risiken bestehen.
Rheinmetall Aktie: 80 Milliarden Auftragsbestand und die entscheidende LückeRheinmetall Aktie notiert bei rund 964 Euro. Mit 80,5 Milliarden Euro Auftragsbestand klingen die Zahlen stark – doch eine Bewertungslücke von 11 Milliarden zeigt, was der Markt noch einpreist.